Dankbarkeit und Vergebung zum Steigern des Selbstvertrauens

Schwaches Selbstvertrauen kann auch mit wenig hilfreichen Gewohnheiten der eigenen Wahrnehmung zu tun haben. Klingt holprig? Mit folgender Erklärung kann ich meistens das Phänomen recht schnell deutlich machen: Nehmen wir an, ich arbeite z.B. für ein Logistik-Unternehmen, dann fallen mir im Alltag plötzlich immer wieder Lieferwagen, bekannte Lieferanten oder Container ins Auge. Ich achte bewußter auf die Logos der Konkurrenzfirmen und schaue vielleicht auch mal genauer hin, wie deren Mitarbeiter ihre Arbeit machen. Arbeite ich später irgendwann in einerm anderen Betrieb, z.B. im Zusammenhang mit Mobilfunk, dann fallen mir plötzlich die ganzen Funkmasten auf den Häusern und an der Autobahn auf. Viele haben mir nach diesem Beispiel den Effekt dieser Art von “Berufsbrille” bestätigt. Der Verstand richtet sich unbewußt darauf aus, nach bestimmten Merkmalen in der täglichen Umgebung zu suchen, die mir bei meinen aktuellen Aufgaben helfen könnten.

Warum ist das hier wichtig? Wer nicht so bewußt darauf achtet, sucht eventuell den ganzen Tag nach negativen Bestätigungen in seiner Umgebung, daß er zum Beispiel mal wieder nichts hinbekommt, oder immer noch nicht reich und berühmt, oder oder oder. Damit bestärkt man sich jeden Tag noch zusätzlich in seinem Unglauben an sich selbst. Das sind nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für ein gesundes Selbstbewusstsein.

Die gute Nachricht: Man kann an dieser mentalen “Brille” selbst etwas herumschrauben und sie verbessern – das Ergebnis ist, aus meiner eigenen Erfahrung, auf positive Weise sehr überraschend:

Tägliche Dankbarkeit

Es ist wirklich sehr einfach: Am Abend nimmt man sich ein Notizbuch und schreibt darin (mindestens) drei Dinge auf, für die man an dem Tag dankbar ist – handgeschrieben, natürlich. Zum Beispiel:


Ich bin dankbar dafür, daß ich heute meine Freunde treffen konnte

Ich bin dankbar dafür, daß ich gesund bin

Ich bin dankbar dafür, daß ich meine Freunde so gut unterstützen konnte


Was passiert? Nach einigen Tagen fängt der Verstand an, im Alltag die  Ereignisse gemäß der täglichen Aufgabe wahrzunehmen und zu sammeln, die dann Abends ins Notizbuch kommen. Dadurch entsteht jedes Mal ein kurzer Stich der Freude. Wenn man das weiter treibt, nimmt man immer mehr solcher schönen Momente über den Tag wahr und die grundsätzliche Laune steigt. Selbstvertrauen gewinnen durch DankbarkeitDamit einher auch das Gefühl des eigenen Wertes und die Überzeugung, daß das eigene Leben wirklich ein Schönes ist.

Bei mir selbst trat ein erster positiver Effekt schon nach drei Tagen ein. Nach acht Tagen erlebte ich bereits länger anhaltende Glücksmomente über den Tag. Mein Selbstbewußtsein stieg. Andere Menschen nahmen mich positiver wahr dank meiner positiveren Ausstrahlung.

Regelmäßige Vergebung

Man kann die geistige Übung der Dankbarkeit noch steigern, indem man während des Notierens (s. oben) gleich noch Einträge hinzufügt, in denen man Vergebung übt. Klingt komisch? Zu esoterisch?  Ich kann dazu nur sagen, daß auch hier der subjektive Effekt signifikant ist: Es passiert Menschen offensichtlich immer wieder, daß sie den Spaß an ihrem Leben eintrüben durch Ärger oder Groll gegenüber anderen Menschen. Der Verstand wird damit zusätzlich auch noch blockiert und kann sich weniger mit seinen eigentlichen Aufgaben befassen, nämlich: Auswertung von Erfahrungen und Planung für zukünftige Aufgaben (sofern gerade benötigt). Aber dazu kann ich später noch mehr schreiben. Vergebung ist eines der größten Ereignisse, die wir emotional bewußt durchführen können. Es kostet manchmal enorme Überwindung, aber die Belohnung habe ich immer als  außerordentlich befreiend und zum Teil beflügelnd empfunden. Ein paar einfache Beispiele:


Ich vergebe mir selbst dafür, daß ich so ungeduldig und hart mit mir selbst bin

Ich vergebe meinem Freund, daß er sich auf meine Nachricht noch nicht gemeldet hat. Ich weiß, daß er sehr beschäftigt ist

Ich vergebe mir selbst dafür, daß ich immer alles gleichzeitig will. Vielseitig interessiert zu sein ist ja auch eine positive Eigenschaft.


Auch hier steigert sich das Selbstbewußtsein / Selbstvertrauen natürlich auf Dauer, da schlechte Laune abgebaut wird. Widerstände und unnötige

Mehr Selbstvertrauen durch Vergebung
Mehr Selbstvertrauen durch Vergebung

Anspannung des Körpers werden reduziert, was wiederum positiv auf die eigene Gesundheit wirkt (dazu später mehr).

Die Menschheit weiß allgemein sehr viel über das Thema Vergebung und es wurde auch sehr viel darüber geschrieben – in allen Jahrhunderten. In den Weltreligionen hat das Thema auch seinen festen Platz.

Also, Du hast die Wahl: Entscheide Dich gegen das Ärgern, und bewußt für das Gefühl der Freude in Deinem Leben. Jeden Tag!


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Miri

Viele gute Ideen zum Ausprobieren.Vielen Dank!

Bianca

Der Beitrag über Dankbarkeit und Vergebung ist sehr treffend. Gerade Vergebung spielt eine große Rolle in der eigenen Zufriedenheit. Das kann ich nur bestätigen. Kann ich jemand anderen dafür vergeben, dass er mir vielleicht auch Unrecht getan hat, oder mich ohne Grund schlecht behandelt hat, so schaffe ich es meine Gedanken daran zu lösen. Ich gehe nicht immer wieder im Kopf die Situation durch, sondern mache mich frei davon und frei für positive Dinge, die mich täglich begrüßen. Positive Dinge bestätigen wiederum mein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Sehr schöner Beitrag, Robert! Danke dafür 🙂